Auf die Dogge gekommen
Eigentlich war ich grundsätzlich nicht von der Haltung eines Hundes sehr begeistert. Es war mein Mann, der mit den Kindern zusammen hartnäckig behauptete: „Wir brauchen einen Hund“! Die Unabhängigkeit einer Katze hatte mir stets eher zugesagt. Es gab in unserem Hause bereits den getigerten Kater Sir Henry.
Schließlich beugte ich mich diesem Hundewunsch meiner Familie. Und damit hatten wir nun über viele Wochen Diskussionen: Soll es ein Rüde, oder doch eine Hündin sein, soll es ein Rassehund sein, oder gibt man nicht besser einem Tierheimhund ein neues Zuhause? Wir waren uns schon einig, dass es kein ganz kleiner Hund sein sollte. Schlussendlich fiel die Wahl auf einen Boxer. Es wurde auch im Land ein Wurf erwartet, und wir meldeten unseren Wunsch nach einem Welpen an. Da aber beide Elterntiere nicht mehr ganz jung waren – so die Erklärung – fielen nur zwei Welpen, und wir konnten leider nicht bedacht werden.
Kurze Zeit darauf war in der örtlichen Presse zu lesen, dass im städtischen Tierheim eine Dogge – eine Hündin, 3 ½ Jahre alt – auf ein neues Zuhause wartet. An eine Deutsche Dogge hatten wir eigentlich nie gedacht: Doch ich schaute sie mir an, die schwarze Reika – und ich habe sie mit nach Hause genommen. Sie war gewiss am Standard abgeglichen keine Schönheit. Es gab zu diesem Hund auch keine Ahnentafel. In der Enge der Tierheimbox hatte sie sich die Rute so verletzt, dass schlussendlich eine Amputation nötig war. Aber ich möchte auf das Äußere dieser wunderbaren Hündin nicht weiter eingehen. Reika wurde 5x vermittelt, bevor sie bei uns ihr endgültiges Zuhause fand.








